Endlich komme ich dazu, Euch Bilder von meinem Langzeitprojekt, einem Etuikleid aus der Februar-Burda (Schnitt 110B), zu zeigen, das ich im Sommer für meine beste Freundin genäht habe. An dem Kleid wäre ich fast verzweifelt, aber dank Probekleid sowie einigen Änderungen passt es meiner Freundin nun perfekt und ist für sie tatsächlich wie maßgeschneidert.
Aber zur Vorgeschichte: Meine Freundin trägt grundsätzlich weder Röcke noch Kleider und schon gar keine Absatzschuhe, da sie sich darin einfach nicht wohlfühlt.
Vor Jahren versprach sie ihrer (schon etwas älteren) Chefin im Scherz: "Ja ja, wenn Du mal heiratest, trage ich ein Kleid!" Wie die Geschichte ausgeht, könnt Ihr Euch denken. Genau, der Traummann tauchte plötzlich doch noch auf und in kürzester Zeit wurde Verlobung gefeiert, was wiederum meine Freundin mit ihrem persönlichen Albtraum KLEID konfrontierte.
Recht lapidar schlug ich ihr vor, mal ein paar Schnittmuster im Netz durchzuschauen und ihr ein Kleid zu nähen, sollte es nicht zu kompliziert sein... hätte ich mal lieber den Mund gehalten, denn das Etuikleid mit asymmetrischer Blende, in das sie sich auf Anhieb verliebte, übertraf meine Hobbyschneider-Fähigkeiten bei Weitem.
Nach langem Kampf wurde der Endgegner doch noch besiegt und ich glaube, dass man den Fotos meiner Freundin ansieht, wie sehr sie dieses Kleid mag und dass sie sich darin wirklich rundum wohlfühlt.
Hauptproblem des Schnitts war wie immer bei Burda die kryptische Anleitung. Irgendwie sollten hinter den nahtverdeckten Reißverschluss auf der einen Seite noch Nahttaschen angebracht werden, wofür ich ganze drei Versuche brauchte, bis es endlich passte. Als sehr zweitaufwendig erwies sich auch das Futter, das größerenteils per Hand eingenäht wird. Gesäumt habe ich auch per Hand, Fleißarbeit pur!
Von hinten könnte es nicht besser sitzen, selbst bei Hohlkreuzkandidatinnen!
Ändern mussten wir jedoch einiges an der Länge (um ca. 4cm gekürzt), auch wenn meine Freundin mit ihren 1,68m der Burdatraumgröße entspricht. Das untere Rockteil habe ich um einige Zentimeter weiter gemacht, indem ich den Schnitt nach unten hin begradigt und den Schlitz - für mehr Bewegungsfreiheit - etwas verlängert habe, denn essen und tanzen sollten auf einer Hochzeit auch im figurbetonten Kleid noch möglich sein ;-)
... und hat bei der stilechten Anprobe mit Martini auch bei der männlichen Fraktion für viel Spaß gesorgt ;-)

Ja also, da kannst Du auch wirklich stolz sein.Und das nächste Kleid, für Dich dann,geht bestimmt ruck zuck von der Hand.
AntwortenLöschenÜbrigens, 30 Stunden finde ich gar nicht soooo viel.Bei mir dauert so etwas auch immer lange,wenn ich keinen Stress machen will jedenfalls.Und das Ergebnis befriedigt dann ja rundherum hinterher.
Sonnige Grüsse
Andrea
Ein richtige Nähkrimi, wow! Das Kleid ist wundervoll geworden. So ein großer Freundschaftsbeweis an Deine Freundin, ich hoffe Sie weiss das zu schätzen. In jedem Fall kannst Du sehr stolz auf dieses Projekt sein, ganz großes Kino! LG Kuestensocke
AntwortenLöschenAlso da kannst du wirklich stolz auf dich sein. Das Kleid sieht super aus. ( und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich nicht die einzigste bin, die die Anleitungen kryptisch findet)
AntwortenLöschenEin wunderschönes Kleid - das mit dem Probenähen habe ich jetzt auch schon für mich entdeckt - ist echt eine gute Sache.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Regina
na, da kannste wirklich stolz sein, hut ab! und deine freundin scheint es ja auch wirklich zu schätzen, welche arbeit du dir gemacht hast.
AntwortenLöschenliebe grüße,
molli
WoW! Was für ein Kleid!!! Sieht wirklich nicht aus wie von der Stange, aber auch nicht wie von einer Hobbyscheniderin handgemacht - WAHNSINN!!!! Das muss eine wirklich gute Freundin sein!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Tina